KONSENT Kulturpreis

Wozu sollten wir einen weiteren Kulturpreis initiieren?

Eine mögliche Antwort darauf bietet Chancen, die sich aus unserem zivilgesellschaftlichen Engagement ergeben, wenn wir uns darum bemühen, Ungleichheit ebenso sehr zu bekämpfen wie Armut.

2017-03-03_kulturpreis_empfehle-uns-deine-favoritinSir Anthony B. Atkinson hat sich als Ökonom ein halbes Jahrhundert lang mit diesem Thema befasst. 2015 schrieb er dazu sein gleichnamiges Werk Ungleichheit als Reaktion auf „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ von seinem Schüler Thomas Piketty. Es wurde sein Vermächtnis mit dem Untertitel „Was wir dagegen tun können“.

Im Kapitel 4 „Technischer Fortschritt und Gegenmacht“ lesen wir seine Meinung dazu:

„Hier wie überall im vorliegenden Buch suche ich nicht nach einer transzendentalen Lösung. Ich beschäftige mich nicht mit letzten Wahrheiten wie der sozial gerechten Machtverteilung, sondern gehe von der praktischen Besorgnis aus, dass die Ungleichheit zu groß ist und sich darin Machtverhältnisse spiegeln, die zuungunsten von Verbrauchern und Arbeitnehmern verschoben sind. Viele teilen – wenn auch vielleicht mit Einschränkungen – die Sorge, die in der dem Nobelpreis von 2014 zugrundeliegenden These zum Ausdruck kommt: Mächtige Firmen müssen gezähmt werden.“ (S 162)

2017-03-10_FAIRteilung-der-ArbeitsmengeSeine Ausführungen über die erforderliche Gegenmacht bringen mich auf die Idee, nationale ZivilFAIRsammlungen als Ergebnis der Zusammenarbeit von KONSENT Kulturpreisträger*innen (> pdf-Datei) zu initiieren. Die auserwählten Teams oder auch engagierte Einzelpersonen könnten bei Abendveranstaltungen ganztägiger Feste gewürdigt werden. Die örtliche Jugend ist eingeladen, diese vorzubereiten und durchzuführen, damit die Mitte unserer Gesellschaft wieder wachsen kann, weil die Randgruppen schrumpfen.

Wer den Frieden fördern will möge an den Erfolg unseres Handelns glauben, damit die Übung gelingen werde …, um Ergebnisse zu erzielen, wie jene in Mahuai:

„Von etwas über hundert Euro im Jahr stieg das Durchschnittseinkommen schnell um das Zehnfache. ‚Ich war aber der Erste im Dorf, der so ein schönes Zementhaus hatte‘, sagt Yang voll Stolz. Seine besten Jahre, fügt er nachdenklich hinzu, habe er im Tunnel verbracht.

Mit dem Pick-up bringt Yang seine zwei Söhne zur Schule, jeden Tag, bevor er selbst zur Baustelle fährt. Eines Tages werden sie an einer Universität studieren, erklärt er seinen Kollegen. Den Weg dafür hat der Tunnel geebnet. Yangs jüngerer Sohn, der noch zur Grundschule geht, zappelt auf der Couch und zappt durch die Kinderkanäle. Sieben Jahre, sagt einer, sei eine ganz schön lange Zeit, um einen Tunnel zu graben. Yang sieht ihn entgeistert an und schüttelt den Kopf. ‚Die von draußen können das nicht verstehen‘, murmelt er und schickt seinen Sohn nach nebenan. Es sei Zeit für die Hausaufgaben.“ (Denise Hruby, in: Das Dorf, das sich einen Tunnel grub)

 

KULTUR ist das, was wir daraus machen

Es ist eine Frage von KULTUR, wie wir in unseren Ländern die Früchte der Arbeit, also die Wertschöpfung, FAIRteilen. Thomas Piketty: „Entscheidend ist, dass es für Unternehmen schwierig ist, die geltenden Normen ihres eigenen Landes zu verletzen.“2017-04-19_atkinson_ungleichheit_S-194_Mindestloehne-in-OECD-Laendern

Atkinson: „Doch das offenkundigste Indiz für Marktversagen – das fehlende Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage – ist die Existenz unfreiwilliger Erwerbslosigkeit; …“ (Ungleichheit, S 181)

Hinsichtlich der Einkommenssituation von Teilzeitbeschäftigten meint er: „Bei der Beurteilung der verschiedenen Niveaus sollten wir berücksichtigen, dass sogar der höchste Mindestlohn – der französische – unter der Niedriglohngrenze von zwei Dritteln der Medianeinkünfte liegt, die in Veröffentlichungen der OECD und anderer Organisationen als Basis dient. …
Aber daran zeigt sich doch, dass im Hinblick auf die Einkommensverteilung die entscheidende Variable nicht die Stundensätze sind, sondern die Wochen- oder Monatslöhne, die von der Anzahl der Arbeitsstunden abhängen.“ (S 193)

Lob als subversiver Akt, Menschen darin zu stärken, Gutes zu tun

2017-04-24_salzburger-nachrichten_seite-3_lob-als-subversiver-akt-menschen-zu-staerken___

Die soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis von uns Menschen.

Karin Zauner: „Es gehe darum, das menschliche Potenzial zu erkennen, damit Frauen und Männer, egal ob sie Künstler, Wissenschafter, Lehrer oder Wirtschafts-Menschen sind, gleich respektiert, gehört und gefeiert werden. (…)

Dabei sind Gelobte laut Untersuchungen der Stanford-Universität motivierter und stecken sich höhere Ziele. Lob wärmt zudem das Herz und öffnet den (verstockten) Geist.“

Daher fördert Lob für nicht regelkonformes Verhalten die Innovationskraft. Um diese für den Kampf gegen gesellschaftliche Ungleichheit zu nutzen bedarf es – nicht zuletzt aufgrund einer sich verfestigenden Politikverdrossenheit – einer „Meta-Ebene reflexiver Aushandlungsprozesse“. Mit anderen Worten: die Verleihung eines Kulturpreises an Personen oder Institutionen, die sich wirkungsvoll – also konkret, und weniger „nur“ verbal – für mehr Fairness in der Gesellschaft einsetzen, kann dazu führen, dass die solcherart Gewürdigten durch ihr gemeinsames politisches Engagement Verteilungsgerechtigkeit fördern.

 

KONSENT Kulturpreis

 … die regionale Antwort auf strukturelle Herausforderungen, mit dem Potenzial für nationale FAIRbesserungen:

 

 

Die Verleihung regionaler Kulturpreise in dem dargestellten Format bieten bewusstseinsbildende, Solidargemeinschaft fördernde (insbesondere deshalb der vorgeschlagene Name „KONSENT„) und DEMOkratie stärkende FAIRänderungspotenziale:

 

 


Exkurs

KONSENT: Was ist das?


Weiterlesen

2017-08-12_SN_Denken-ohne-Grenzen_Angelika-Walser_Kultur-und-Religion

Angelika Walser: „Religion und Kultur sind grundsätzlich nicht zu trennen.“

Gleichheit fördert Gesundheit

VollbeschäftigungPhilanthropie

Hayeks Freiheit: „… weil jedes Marktsystem, egal ob Naschmarkt oder Globalisierung, eine gesellschaftliche Veranstaltung ist, die ohne rahmengebendes politisches Regelsystem keinen Tag existieren könnte: …“

Roman Hebenstreit: Also packen wir’s an! Man muss sich einmischen, wenn man etwas bewegen will. Es ist unser gesellschaftspolitischer Auftrag, die Arbeitswelt ein Stück gerechter zu machen!

2017-05-30_tweet_frauen-machen-religion_interreligioes

Engelbert Guggenberger: „Ein besonderes Gipfelerlebnis schließlich ist das Fest.“.

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